WECF und Kirgisische Partnerorganisationen rufen zu Spenden für Bürgerkriegsopfer in Kirgisistan auf

Nach dem gestrigen Referendum verspricht Präsident Otunbajewa Hilfe noch bevor der Winter einsetzt – Hilfe die dringend benötigt wird, vor allem humanitäre Hilfe und Hilfe für Vergewaltigungsopfer

01.07.2010 | WECF Germany


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Utrecht / Osh, 29. Juni 2010 - Das europäische Umwelt-, Gesundheits- und Frauennetzwerk WECF (Women in Europe for a Common Future) und seine kirgisischen Partnerorganisationen bitten um humanitäre Hilfe und Unterstützung für die Opfer der bürgerkriegsgleichen Auseinandersetzungen in Kirgisistan. Besonders Frauen und Kinder sind von dieser Tragödie betroffen. Wie Mitarbeiter(inne)n von WECF Partnerorganisationen und dem Internationalen Roten Kreuz bestätigen, sind viele junge Frauen Opfer von Massenvergewaltigungen geworden.

Helfen Sie den Opfern in Südkirgisistan, spenden Sie jetzt!
Nach zwei Revolutionen innerhalb von fünf Jahren und den schlimmsten ethnischen Unruhen seit zwei Jahrzehnten, die Kirgisistan im Juni erlebte, will das Land nach dem gestrigen Referendum nun versuchen, die Situation zu stabilisieren. Offiziellen Stellen zu Folge wurden bis zu 2000 Zivilisten während der Unruhen in diesem Monat getötet. Die Zahl der offiziell als tot Registrierten stieg auf 289. Die Weltöffententlichkeit scheint bisher jedoch kaum Notiz von der Tragödie genommen zu haben.

Viele Frauen wurden Opfer von Gewalt
Eine Mitarbeiterin von CAAW (Central Asian Alliance for Water), eine WECF Partnerorganisation mit Sitz in Osh, dem Zentrum der Unruhen und Gräueltaten, berichtet: "Viele Frauen und junge Mädchen wurden vergewaltigt. Wir fanden zum Bespiel eine Schülerin der 9. Klasse, die vergewaltigt wurde und deren Gebärmutter komplett beschädigt ist, von ihrer psychischen Verfassung ganz zu schweigen. Eine verheiratete junge Frau wurde von fast 100 Männern vergewaltigt, sie steht komplett unter Schock. Sie alle brauchen dringend Hilfe, vor allem medizinische und psychologische. Wir wissen, dass Vergewaltigungen noch immer stattfinden, aber die Regierung versucht, diese Information vor der Presse , um weitere Gewaltausbrüche zu vermeiden. Die Einzelheiten sind unfassbar, aber ich kann nicht schweigen, als Frau und Mutter."

Sascha Gabizon, WECF München, fügt hinzu: "Leider erlaubt die Kultur in Zentralasien diesen armen Frauen, nachdem sie vergewaltigt wurden, nicht mehr, zu heiraten und ein normales Familienleben zu führen. Sie müssen in eine andere Region ziehen, wenn sie nicht den Rest ihres Lebens in Schande leben wollen."

CAAW unterstützt die Opfer mit humanitärer Hilfe. Gespendet werden kann direkt an CAAW in Osh oder an WECF. CAAW und WECF hilft den Opfern durch Ihre Spende mit medizinischer Versorgung und einer psychologischen Betreuung, die versucht, langfristige Lösungen für diese Frauen und Mädchen zu finden.

Krankheiten durch verseuchtes Wasser
Die Gewalt hat auch zu einem höheren Risiko von Infektionskrankheiten geführt. Leichen wurden in den Wasserreservoirs gefunden und das Infektionsrisiko durch verunreinigtes Wasser steigt. Deshalb wird auch Hilfe für eine sichere Wasserversorgung benötigt. Viele Häuser wurden niedergebrannt, der Wiederaufbau vor dem Winter hat Priorität. Dafür hofft Interims-Präsidentin Rosa Otunbajewa auf finanzielle Unterstützung. Die meisten internationalen Hilfsorganisationen hatten ihre Aktivitäten während der Wochen der Gewalt eingestellt, weshalb CAAW fast die einzige lokale Organisation ist, die die dringend benötigte humanitäre Hilfe leistet. Fedde Jorritsma, Projektbetreuer bei WECF in Bishkek, berichtet aus der Hauptstadt: "Es ist wirklich schrecklich, was hier passiert ist. Soweit ich weiß, sind alle unsere Partner unverletzt, aber jeder kennt jemanden, der in den letzten zwei Wochen getötet wurde. Die Menschen sind traurig und schämen sich für das, was in ihrem Land passiert.

Referendum bringt Hoffnung für Frieden und Stabilität
Die usbekische und kirgisische Regierung haben versucht die mehr als 75.000 Flüchtlinge wieder in ihre Dörfer zu schicken, aber die Sicherheitlage vor Ort ist unklar. Viele haben Angst zurückzugehen. Fast 70% der wahlberechtigte Bevölkerung nahm gestern am Referendum teil. Die große Mehrheit (mehr als 90%) stimmte dafür von einem Präsidial- zu einem parlamentarischen System zu wechseln. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung von Kirgisistan Frieden und Stabilität will. Nach zwei Revolutionen gegen zwei Präsidenten und ihre Familien, die der Korruption und der Anstiftung zu Gewalt beschuldigt werden – setzt die kirgisische Bevölkerung ihre Hoffnungen nun auf ein parlamentarisches System. Die Volksabstimmung könnte einen historischen Wandel bringen und Kirgisistan könnte das erste und einzige Land unter den fünf zentralasiatischen Ländern mit einem parlamentarischen System werden. Das Referendum unterstützt die Position von Rosa Otunbajewa, die für eineinhalb Jahre Interims-Präsidentin ist, bevor sie die Macht an das Parlament übergeben wird.

CAAW
Central Asian Alliance for Water und ihre Partnerorganisation Public Fund Mehr-Shavkat setzten sich ein für eine Verbesserung des Lebensstandards der ländlichen Bevölkerung durch einen verbesserten Zugang zur Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Hygiene-Erziehung in ethnisch gemischten ländlichen Gemeinden des südlichen Kirgistan und Tadschikistan. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Beteiligung von Frauen.

WECF in Kirgisistan
Das Umwelt-, Gesundheits- und Frauennetzwerk WECF (Women in Europe for a Common Future) hat sieben Partnerorganisationen in Kirgisistan, die sich für die Armutsbekämpfung und eine Verbesserung der Grundversorgung einsetzen durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz-Maßnahmen, wie häusliche Solarkollektoren, Dämmung der Häuser, sowie Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für Schulen und ländliche Haushalte in der zentralasiatischen Republik. Die Erreichung der Ziele wird mit entsprechender politischer Lobbyarbeit vorangetrieben.


Anmerkung für die Journalisten
Weitere Informationen
•    Johanna Hausmann, WECF München, 0049 89 2323938-19
•    Sascha Gabizon, WECF München, 0049 89 2323938-15
•    Farida Shorukova, WECF München, 0049 89 2323938-16

Übersicht der WECF-Partner in Kirgistan:  http://www.wecf.eu/english/about-wecf/issues-projects/projects/ela/ela-kyrgyzstan.php
 
Übersicht der Arbeit von WECF in Kirgisistan:
http://www.wecf.eu/english/about-wecf/issues-projects/countries/kyrgyzstan.php
 
Bitte fordern Sie weitere Hintergrundinformationen an unter: http://enews.ferghana.ru/
  
Über WECF
WECF ist ein internationales Netzwerk von über 100 Frauen-und Umweltorganisationen in vierzig Ländern, die gemeinsam an einer nachhaltigen Entwicklung, dem Schutz der Umwelt und der Gesundheit sowie der Armutsbekämpfung arbeiten. Durch unsere Projekte und Programme entwickeln wir praktische und kostengünstige Lösungen im Bereich sicherer Chemikalien und Abfallmanagement, Trinkwasser und Abwasserentsorgung, sichere Energieversorgung und Nahrungsmittel sowie Klima-, Agrar- und Artenschutz. Durch unsere politische Arbeit bringen wir die Perspektiven und Empfehlungen unserer Mitgliedsorganisationen und Frauen in Führungspositionen in nationalen, europäischen und internationalen politischen Prozessen.


Account    1180000013382873
Name as on bank account    Central Asian Alliance for Water
BIC or SWIFT code    118002
Name of the bank    “DKIB-Osh” Branch
Address of the bank    180 “A”
Kurmanjan-datka str
Osh city
Kyrgyz Republic
Correspondent Bank in EUR     




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